Vergleich mit dem Modell von Erikson
Stufe 4 (5. Lebensjahr - Pubertät)
Zwischen 5 Jahren und der Pubertät befindet man sich in der vierten Stufe.
In dieser Stufe unterscheidet man zwischen Leistung und Minderwertigkeitsgefühl.
Das Kind interessiert sich nun sehr für die erwachsene Welt und will sich dieser möglichst annähern. Es erschafft gerne Dinge und zeigt grosse Leistung, will dafür aber auch anerkennt werden.
Fehlt diese Anerkennung oder scheitert das Kind an seinem Tun, entwickelt es ein Minderwertigkeitsgefühl und das Gefühl, unfähig zu sein.
Ich habe ganz klar immer grossen Fleiss gezeigt und war sehr nach Leistung bemüht. In vielen Sachen hatte ich auch Erfolg, weshalb ich dort Selbstbewusstsein entwickelte.
Jedoch glaube ich, dass man nicht entweder Minderwertigkeitsgefühl oder Selbstbewusstsein entwickelt, sondern dass man je nach Situation das eine oder das andere entwickeln kann.
Das möchte ich an folgendem Beispiel zeigen:
"Ich bin nicht kreativ" ist ein Satz, den ich heute immer sage. Dieser Satz hat seinen Ursprung sehr früh. Meine zeichnerische Entwicklung verlief ziemlich schlecht. Meine Zeichnungen verbesserten sich über meine Lebensspannung kaum, so zeichnete ich noch mit 11 Jahren Zeichnungen, welche andere mit etwa 7 Jahren machten. Deshalb wurde ich auch immer ein wenig "verspöttelt". Nie böse gemeint, aber trotzdem habe ich immer wieder gemerkt, wie andere über meine Zeichnungen lächelten. Noch in der Bezirksschule, als ich mal an einer Wandtafel etwas zeichnen musste, machte der Lehrer nachher Bemerkungen darüber. So brannte sich dieses: "Ich kann nicht zeichnen" ein und ich praktizierte es auch gar nicht mehr. Deshalb entwickelte ich mich nachher in dieser Hinsicht gar nicht mehr weiter, weil ich es auch nicht mehr probierte, aus Angst in dieser Hinsicht zu versagen. So stellte ich meine ganze künstlerische Entwicklung ein, weshalb ich allgemein nicht mehr gut bin im Gestalten von Dingen. So hat sich dieses "Ich kann nicht zeichnen", ausgeweitet in ein "Ich bin nicht kreativ". Dadurch sind nun alle kreativen Dingen, die man in der Schule machen muss, für mich eine riesige Herausforderung.
Von Links nach Rechts:
7 Jahre alt
8 Jahre alt
9 Jahre alt
10 Jahre alt
Man erkennt also, dass ich noch mit 10 Jahren ziemlich schlecht zeichnete und sich meine Figuren kaum von denen, mit 7 Jahren, verändert haben.
In anderen Dingen war ich aber sehr begabt und ich wusste um diese Stärken. Ich wurde unter anderem schon früh in Mathematik und Deutsch gefördert, und so habe ich auch gerne meinen Mitschülern dabei geholfen und mich selbst in diesen Fächern weiterentwickelt.
Allerdings frage ich mich, ob ich wohl auch ein wenig ein Minderwertigkeitsgefühl in mich als Person aufgebaut habe, da ich mich fälschlicherweise minderwertiger als meine Geschwister gefühlt hatte, obwohl ich das eigentlich nie so gezeigt bekam. Diese Frage geht aber sehr tief, weshalb ich sie noch nicht weiter beleuchten möchte.
Vergleich mit der durchschnittlichen Entwicklung
Normalerweise lernen Kinder erst im Grundschulalter lesen. Hier war ich weit voraus, da ich bereits mit 5 Jahren lesen lernen wollte. In der Primarschule habe ich bereits flüssig Texte vorgelesen.
Auch bereits ab dem Kindergarten so tiefe Freundschaften zu knüpfen, die bis in die Oberstufe anhalten, ist eher untypisch. Viele Kinder knüpfen kurzlebige Freundschaften, die einfach auf dem gemeinsamen Spielen basiert.
Jedoch habe ich mich, wie bereits erwähnt, zeichnerisch viel weniger entwickelt als andere Kinder in meinem Alter.



